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Sadat X – Wild Cowboys

Ich war nie ein großer Brand Nubian-Anhänger, doch was Sadat X auf seinem 1996-Debüt zustande gebracht hat, gehört ohne jeden Zweifel ins CD-Regal eines jeden NYC-Rapfans. “Wild Cowboys” heißt das Ding, und schon allein das Wild West-Style-Cover beweist echten Kultcharakter. In etwa demselben Maße wie die allseits bekannte und geschätzte Single-Auskopplung “The Lump Lump”. Grandios! Wer hier nicht mit dem Kopf nickt, leidet entweder an Genickstarre oder weilt bereits im Reich der Toten. Nicht weniger hoch angesiedelt ist das Niveau des Titeltracks “Wild Cowboys” – vor dem Hintergrund einer entspannten Xylophon-Produktion dürfen wir Zeugen einer schön gereimten Analogie zwischen dem Amerika des 19. Jahrhunderts und heute werden.

Das Western-Theme findet in “Hang’Em High” mit DV Alias Khrist seinen Höhepunkt. Keinen geringeren als Ennio Morricone, den Maestro des Kuhhirten-Sounds, hat man aus der Sample-Kiste gekramt, um hier für das richtige Flair zu sorgen. Passend dazu rasseln in “Smoking On The Low” (Shawn Black und wieder DV, welcher düster singend den Background ein wenig mitgestaltet) die Klapperschlangen, dudelt in “Escape From New York” dezente Barmusik, während Dedi mit rauer Stimme dazu auffordert, großen Sprüchen auch die entsprechenden Taten folgen zu lassen. In der Wildnis jenseits der Grenzen der menschlichen Zivilisation überleben nach altem Naturgesetz nur die Stärksten. Und die heißen in unserem Fall Shawn Black, Tec und Cool Chuck. Starke Leistung, die uns diese Jungs aus Sadat’s Umfeld hier präsentieren. Schön, dass “The Hashout” mit einem dahintreibenden Piano-Beat daherkommt, der sich den dargebotenen Raps als ebenbürtig erweist.

Einzig und allein für den Mangel an Abwechslung bei den Produktionen (Beatminerz, Diamond D, Showbiz…) gibts leichte Abstriche. Doch wer will schon rummosern, wo hier doch mit Grand Puba oder den Money Boss Players weitere bekannte Desperados nach vollbrachter Arbeit so lässig wie Yul Brunner von den glorreichen Sieben den Rauch vom Mic pusten? Doch doch, ein starkes Album des “Bronx Desperados”. Wer Gegenteiliges behauptet, sollte mit eingezogenem Kopf durch die Gegend laufen – diese wilden Cowboys schießen scharf…

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