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Anno Domini Beats - Secret Archives Vol. II Label: Anno Domini Rec.
Release: 2009
Tracklisting
1. 2009 A.D. (Intro)
2. Rockstar
feat. Kritikal
3. I Am Legend feat. Choo Biggz
4. O.D.E. Part II feat. Illusion
5. U See Him feat. M.Ski
6. Words Can't Describe feat. Rumorz
7. Listen feat. Randam Luck & Banish
8. Revelation feat. Complex
9. Dead Man's Chest feat. Kool G Rap & Sci-Development
10. Lost feat. Hard Target & Lisa Gallo
11. Sinner feat. 40 Dash 1
12. I Keeps It Militant feat. 80Proof
13. The Ghetto feat. Xtroidinaire, Ja Biggz & Stya
14. This Is Me feat. Wordsmith
15. Make It Hot feat. Choo Biggz
16. 6 Ways 2 Kill'Em feat. Sci-Development, Reef The Lost Cauze, Doap Nixon & Sick Six
17. Clear View feat. EQ, Destruct & Bernie Nicole
18. Consensual Seduction feat. Cryptic Wisdom
19. Which One feat. Signature
20. I'm Coming Home feat. Switch
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Anno Domini Beats

Secret Archives Vol. II

Für das zweite Volume seiner "Secret Archives" hat der ursprünglich aus München stammende, mittlerweile in Nottingham wohnhafte Beatschmied Anno Domini ein Line-Up zusammengetrommelt, das schon allein vom Namenklang her ganz schön Eindruck schindet. Reef The Lost Cauze, Doap Nixon und Randam Luck halten für die Army Of The Pharaohs die Flagge hoch und sogar der in letzer Zeit wieder häufiger zu hörende Kool G Rap trägt sein Scherflein bei. Die Hauptarbeit auf verbaler Seite aber erledigen Artists, die in unseren Breitengraden noch vergleichsweise unbekannt sind: Sci-Development aus San Diego und der New Yorker Choo Bigz zum Beispiel.

Für zahlenstarke Manpower ist also gesorgt, doch stehen auf "Secret Archives Vol. II" natürlich die Beats im Mittelpunkt des Interesses. Anno Domini liegt unverkennbar auf einer Linie mit AOTP, Snowgoons und Konsorten: Streicher, Chöre, kantige Beats - und das gerne mal zu epischer Größe aufgeblasen. Was diese Scheibe trotzdem aus der Masse der Produzentenalben heraushebt ist nicht alleine die außergewöhnliche technische Präzision sondern auch ihre Vielseitigkeit. Eine Vielseitigkeit, die ihren Grund sicher auch darin hat, dass die Hälfte der Tracks von 2 Deep produziert wurde, wir es hier also eher mit einem Gemeinschaftsprojekt zu tun haben.

Das Monumentalstück "Revelation" walzt unaufhaltsam daher wie nur wenige seit Shabazz' "Street Parables", in "Rockstar" und "Lost" knattern wüste E-Gitarren und "I Keeps It Militant" lässt elegische Streicher über einem nach vorne peitschenden Beat schweben. Als ein weiterer Höhepunkt entpuppt sich das schwer melancholische Pianostück "The Ghetto", das mit einer tollen Gesangshook und trist gestimmten Straßenraps punkten kann. Dass dieses Niveau über 20 Tracks nicht durchgehend gehalten werden kann, versteht sich von selbst. Vor allem zum Ende schleichen sich Längen ein: Songs wie "Clear View" oder "Which One" sind sicher solide, aber das ist heute nun mal nicht mehr genug.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass "Secret Archives II" gemessen an Anno Dominis Bekanntheitsgrad ein überraschend starkes Album geworden ist. Nichts, was die Rapwelt von jetzt auf nachher aus den Angeln heben würde, aber für Freunde der etwas härteren ostküstlichen Gangart allemal einen Probedurchlauf wert.
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