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Hope - Hope For The Future Label: Rampage Rec.
Release: 1994
Tracklisting
1. Hope For The Future
2. Flo In A Neck Mode
3. Red Neck
4. Candy
5. Just Out Of Reach
6. Ever Meant To Be
7. The Untold Tale (The Devil Made Me Do It)
8. Born And Raised
9. Kaucasian Kan Kick It
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Hope

Hope For The Future

Und wenn man glaubt, dass einen gar nichts mehr überrascht, dann hält man auf einmal das Album eines White Supremacist Rappers aus North Carolina in der Hand. Hope kommt aus der Hauptstadt Raleigh, ist nach eigener Aussage mit dem Ku Klux Klan unten und scheint nicht das geringste Problem damit zu haben, dass er seine Botschaft auf gleichem Wege verbreitet wie die erklärte Feindesrasse. Ein Nazi macht Negermusik - Sachen gibt's.

"Hope For The Future" ist über Rampage erschienen, ein Zweiglabel der in St. Paul/Minnesota angesiedelten Rechtsrock-Schmiede White Terror Records. Der erwartete crossover-lastige Sound bleibt trotzdem aus, man hält es klassisch. Alles ist eher grob gestrickt, es gibt massiv drückende Beats, starke Funkeinflüsse und kurioserweise auch einen Haufen Samples von unter anderem 2 Pac, Prince, C.E.B., Erick Sermon und MC Lyte. Eventuellen Missverständnissen wird direkt vorgebeugt: "I'm not your soul bro and I'm not your nigger". Es könnte ja auch jemand auf falsche Gedanken kommen... "Red Neck" und "Kaucasian Kan Kick It" erinnern an den frühen Sound von House Of Pain, "Flo In A Neck Mode" fällt mit einem gut verwursteten Bee Gees-Sample auf ("Stayin Alive") - hier hat Hope auch raptechnisch einen seiner besten Momente. Der Mann hat durchaus Power in der Stimme, wobei die heiser rausgekeiften Raps oft arg bemüht klingen und er mit dem Rhythmus das ein oder andere Mal auf Kriegsfuß steht.

Was die Texte angeht, zieht sich die White-Pride-Einstellung natürlich wie ein roter Faden durch die Scheibe. "Hope For The Future" hat von allem ein bißchen. Pro-Segregation Propaganda und Verbalattacken gegen (schwarze) Rap-Rassisten, aber auch unpolitische Songs wie "Out Of Reach" oder "Candy", wo Hope seine Ansichten zur Frauenwelt zum Besten gibt. Unter dem Strich: ziemlich schräger, widersprüchlicher, musikalisch eher uninteressanter Stoff, der mehr nach 1991 klingt als nach 1994. Dreieinhalb von zehn weißen Kutten für diesen dubiosen Irrläufer.
© bdm for ugrap.de