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Baby J – presents… Birth

Neues Material von San Franciscos Kultlabel Bomb Hip-Hop. Baby J steht auf dem Cover, doch steckt hier viel mehr drin! Der innovative Beatbastler aus Derby hat sich auf seinem ersten Großprojekt nicht nur auf das United Kingdom beschränkt sondern auch einige hochkarätige Silbenspucker aus den Staaten rekrutiert.

Den Beginn die A.Alikes (bestehend aus Ness und Kognee) in “For My Army” – über slammendem Beat werden beinharte Reime gekickt, in dieser Verfassung hätten die Beiden ein Soloalbum wirklich mehr als verdient. Das ermutigt natürlich einen Poetic (Gravediggaz) dazu, einmal richtig schweres Geschütz aufzufahren. In “Savior” präsentiert sich uns der im Jahr 2001 an Krebs gestorbene Grym Reaper als Messias der Rapmusik – und der Mann nimmt den Mund nicht zu voll, das Ding hat’s in sich: “You rap niggaz bore me / made me into this sword carryin’, caught buryin’ / Lord varyin’ / you know the Gods twist it like bavarian pretzels / plus, I’m never respectful to those who are neglectful / of their duty to civilize / as they minimize the power of a live mic / see I maximize all cracks in their vibes / just to provide light/ and only the strong survive / so I keep the rhyme tight”. Diese wütenden, packen eingesprochenen Zeilen zeigen einmal mehr wie groß die Lücke ist die Poetic’s Krebstod nicht nur bei den Gravediggaz gerissen hat.

Diesen zornigen Attacken will Shaqueen (im Schlepptau hat sie Omen und Shabazz The Disciple) natürlich in nichts nachstehen, in “The Truth” wird Klartext über alle falschen Schlangen im Großstadtdschungel gesprochen – und die Dame ist ganz sicher nicht zu Späßen aufgelegt! Doch es geht noch besser: im bezaubernden “Unseen Hand” brennen Property und Liberty (zusammen die Kinzmen) über dezenten Beats und rätselhaftem Gesang ein lyrisches Feuerwerk der höchsten Güteklasse ab – umso schöner, dass es hier inhaltlich nicht um Banalitäten sondern vielmehr um tiefgründige, existenzielle Fragen nach dem Wesen des Bösen in der Welt geht. Dann sind es wieder A.Alikes die mit “Walk With A Bop” groß auftrumpfen können: die Symbiose aus heimeligen Spieluhrklängen und staubtrocken pumpenden Beats gibt eine feine Kulisse ab für die Erzählungen über die heruntergekommenen Sozialwohnbauten in denen das Duo sein Dasein fristet.

Und dann bricht sich der Wahnsinn endgültig freie Bahn, wenn Yogi, Freestyle, Poetic und natürlich Shabazz in “Angels Of Death” mit vereinten Kräften das Tor zur Hölle aufstemmen. “Bringin’ death to rapers, psychopaths, murderers, desease infesting women…”, Freestyle’s Line gibt die Richtung vor. Ganz in diesem Sinne auch die völlig überdrehte Produktion: dumpf dröhnende Bässe, kontrastiert von grellen, immer wieder aufblitzenden Scratchesm da liegt die Assoziation zum den Schreien der im Feuersee ewig Gepeinigten natürlich nahe. Der Soundtrack zur Apokalypse!

Da wollen G-Force (herrlich über schmerzvoll-klagenden Streichern) und einmal mehr Shabazz The Disciple nicht ins Hintertreffen geraten und kicken in “How Long?” bzw. “The Lamb’s Blood” scharfsinnige Reime bis zum geht nicht mehr. Allgemein sind die Reime auf “Birth” sind nur so gespickt mit religiösem, mystischem Vokabular; dazu passend verhalten sich die Beatkonstruktionen des Großmeisters, Baby J, der mit vielen Streichern und Gesang für eine ganz eigene, sehr düstere und melancholische Stilrichtung einsteht. Keine Kopien, Schablonen oder peinliche Experimente. Noch einmal Poetic: “I’m bout to wreak havoc from the beast this year / labels ain’t tryin’ to promote this here / commercial radio shows they just don’t care / the savior of the rap world now appears”. 16 “Armageddon Soldiers” auf einer Mission. Bomb Hip-Hop, im wahrsten Sinne des Wortes.

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