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Boss Bytch – Twisted

Ihr Debütalbum “Psycho” war ein verdammt schmutziges Geschoss: mit ihren cholerischen, gefühlskalten Schreiattacken erhob die mittlerweile in Memphis/Tennessee gelandete Boss Bytch unmissverständlich Anspruch auf den Titel der härtesten Rapfrau. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an das Folgealbum “Twisted”, für dass sich die stimmgewaltige Femme fatale ganze vier Jahre Zeit gelassen hat. Und es sah gut aus: immerhin kursierten im Vorfeld Cover-Entwürfe, auf denen Boss Bytch mit stierem Blick und gezogener Waffe einen Kerl zum Cunnilingus nötigt. Doch aller aufsehenerregenden Publicity zum Trotz: was es auf “Twisted” tatsächlich zu hören gibt kann man nur als eine einzige große Peinlichkeit bezeichnen.

Das erste was auffällt: die Alte schreit nicht mehr – und hat damit mal eben einfach so ihr großes Markenzeichen aufgegeben. Allgemein ist hier alles etwas langsamer, was dazu führt dass eine zahn- und krallenlose Boss Bytch in einschläfernder Manier ihr Aggro-Programm runterkurbelt. Banale Liedchen wie “If You Ghetto”, “Watch Yo Mouth Ho” und “For You Baby” sind zum Weiterskippen gerade noch gut genug, auch die auf Tiefgang getrimmten “Lord Have Mercy” und “Easy To Die” muss man unter ferner liefen verbuchen. Umso schlimmer, dass das neue Label Diamond Productions (T-Mack, Gangsta Blac, Playa Fly) unserem prolligen She-Devil mit einem gewissen G. Johnson einen in jeder Hinsicht katastrophalen Produzenten zur Seite gestellt hat. Der Mann fährt eine selten dröge Soundpampe auf und hat im Eifer des Gefechts auch auch noch das Mastering verhauen – raus mit solchen Leuten, fristlos! Und als ob das noch nicht genug wäre, sind zwei der besseren Songs dieses 18-Trackers dann auch noch altbekannt: “Hoe Ass Bitch” war schon auf “The Darker Things in Life” zu hören und das mordsmäßig bretternde “What You Lookin At” ist auch ein alter Hut, weil unter dem Titel “Handle Yo Bizness” schon auf Tommy Wright’s “Behind Closed Doors”-Soundtrack zu finden.

Bleiben eigentlich nur “Punk Crew”, wo gepöbelt werden darf wie in alten Tagen, und das schwarzhumorige “Head Hunters” in dem Boss Bytch die Mösenjagd ihrer Kollegen auf die Schippe nimmt und jetzt ihrerseits auf die Jagd geht, “Pimp A Dick”-Style eben. Das ändert am Gesamturteil wenig: “Twisted” ist ein grottenschlechtes Album und gleichzeitig ein absoluter Karrieretiefpunkt. Es hat sich anscheinend ausgebosst.

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