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Immortal Technique – Revolutionary Vol. 1

Harlem’s neueste Hoffnung steht für politisch engagierten, intelligent gereimten Straßenrap. Latino-Rapper Immortal Technique hat sicher nicht gerade wenig Zeit gebraucht für Zeilen wie: “life is war and everyday is a battle to me / I’m on the brink of insanity / between extreme intelligence and split personalities / but I elevate to the point of reversing gravity / revolutionary conceptuality spitting atomy / even the dead people in my family / tell me they proud of me.” Dazu hat es bei solchen Reimkunstwerken auch allen Grund. Ausgehend von dieser Selbsdefinition und einem ernsten Blick auf die aktuelle politische Lage in den Vereinigten Staaten fordert Technique zum gewaltsamen Sturz des Systems auf. Und so hört sich diese Platte auch an: “Revolutionary Vol. 1″, der Soundtrack zur Revolution. Dead Prez lassen grüßen.

Musikalisch wird dementsprechend meist der härteren Gangart der Vorzug gegeben: punktgenaue, bis-zum-geht-nicht-mehr reduzierte Beats treffen auf melodische Loops – einfach, aber doch sehr wirkungsvoll. Von den Hochglanzproduktionen der Plattenmillionäre hält Technique sowieso überhaupt nichts: “I got a black panther mentality, with this big fist / so you can get dissed / even if you’re locally gold / vocally bold / and globally multi-platinum sold / I’m emotionally cold / disciplined and ready to kill / like spirits in the same room with you, giving you chills”. Insgesamt spielt Immortal Technique mit Sicherheit in der 1. Liga der Best-Lyricists, einer Liga, in der auch Leute wie seine Gäste Big Zoo, Poison Pen (auf einem Remix seines “Top Of The Food Chain”-Bangers), Jean Grae und Pumpkinhead von der Brooklyn Academy zu finden sind. Neben bissigen Kommentaren zur Innenpolitik der amerikanischen Regierung (“the matrix of entrapment is socio-economic”) und zur bigotten Rapszene (“fuck the best rappers nominations”) dürfen natürlich raue Street-Stories nicht fehlen. “Dance With The Devil”, von DJ Black Panther mit melancholischen Klavierklängen und wu-ähnlichem Female-Gesang bestückt, erzählt die Geschichte eines jungen Hustlers, der auf der Suche nach Respekt in die Kriminalität abrutscht und bietet Storytelling-Rap auf höchster Ebene.

Es spricht für Technique, dass er bei aller Kritik am System nicht in zu einfache Schwarz-Weiß-Malerei abgleitet, wie schon so oft geschehen bei politisch engagierten Hip-Hop-Gruppen. Dafür scheint der Mann zu intelligent zu sein. Aber er kann auch anders, man höre sich das traumhafte “The Prophecy” an: das ist in dieser Form nie zuvor dagewesener Battle-Rap, der vor Ideen und Innovation nur so strotzt. Wie generell auch, dies als Fazit, das gesamte Album, mit dem sich Immortal Technique selbst ein kleines Denkmal geschaffen hat.

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