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J-Gifted – Live Your Life EP

Da gibt es diese Meinung, dass ab einem bestimmten Alter der Zug für die Teilnahme am Rapbusiness ganz einfach abgefahren ist. Und dann sind da Leute wie J-Gifted. Der hat 31 Sommer gesehen, hält rein gar nichts von überflüssigem Regelwerk und steigt mit dem Vorsatz ins Spiel ein, es für alle Hustler auf den Straßen und in den Gefängnissen der US-Kapitale Washington DC unten zu halten. Nun, ein bisschen hat er’s doch auf die Kohle abgesehen, wie er uns im knusprigen Opener “You Don’t Want None” auch unverhohlen eingesteht – doch leider Gottes dürfte sich allein mit der “Live Your Life EP” das angestrebte ‘Big Money’ nicht machen lassen.

Dazu hat er sich für seine durchaus verwendbare, markante Stimme ganz einfach den falschen Beistand in Sachen Beats ausgesucht, dieser Rob A von Missing Link Beat Productions macht einfach keinen nennenswerten Stich mit seiner unaufregenden Alltagskost. Songs wie “Harder I Rock”, “Love-N-Honesty” und “Reach For The Stars” sind so schnell vergessen wie weitergeskippt und sollten gerade deswegen J-Gifted selbst in seinen ersten, durchaus gelungenen Gehversuchen als Produzent bestärken. Im Titeltrack dümpelt die Sache nicht zuletzt auch wegen den hundsmiserabelen Hookline einer gewissen Amanda noch mehr oder weniger lasch vor sich hin. Dafür geht’s dann in “Ultraviolent” – der Titel sagt’s schon – umso heftiger zur Sache. Ein dröhnender Beat mit viel Schmackes im Bass und wenig sonstigem Beiwerk, auf der Guestlist die befreundeten Nobodies Face Nasa (ganz stark!), Almighty und Mic Sin – wenn harte Töne angeschlagen werden, läuft es bei J-Gifted.

Also doch: wenn sich “Live Your Life” erstmal ein bisschen warmgelaufen hat, gewinnt man den zehn Tracks (die drei Radio Bonus Tracks sind für’n Arsch) mehr und mehr interessante Facetten ab. Nicht zu vergessen sei dabei das (nicht gerade feinfühlig abgemischte) “Dedication To My Mans” mit viel Atmosphäre im Instrumental und leichtem Druck auf die Tränendrüse was die Texte angeht. Insgesamt kann man sagen: auch wenn es zum großen Wurf nicht ganz gereicht hat, hinterlässt J-Gifted eine Visitenkarte, die man nicht gleich in die nächste Mülltonne segeln lassen sollte. Und: der kann noch mehr – auch selbstständig sein…

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