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Nat – Bare Truth

Da lässt sich ein hochnäsig dreinblickender Kerl nur mit String-Tanga und Handschellen bekleidet vor einer Gischtfontäne im Stadtpark ablichten – dieses Cover ist so scheiße, dass ich schon allein aus purer Neugier eine Copy von Nat’s zweitem Longplayer “Bare Truth” einfach erstehen musste. Glücklicherweise werden meine schlimmen Befürchtungen nicht bestätigt. Hier gibt’s beileibe kein Girren und Flirren eines warmen Bruders sondern selbstsicher inszenierten Provokationsrap auf ganz anderer Ebene.

Der US-Marine aus Jacksonville/Florida hat 2002 schon mit seinem ersten Album “Do Whacha No U Shud” zumindest regional für Aufsehen gesorgt, als diverse Radiostationen den politisch kontroversen Song “Fire In Florida” boykottierten und die Florida Times Union dem wohl in jeder Hinsicht offenherzigen Rapper den Spitznamen ‘The Watchdog’ verlieh. Auch auf “Bare Truth” fährt Nat die unangepasste Schiene und packt weiterhin jede Menge heiße Eisen an. Da spricht man – wohl aus Erfahrung – über die familiären Herausforderungen eines “Step Daddy”, behandelt in Songs wie “It’s Your Life” oder “A Man’s Diploma” die allgemeinen Schwierigkeiten des täglichen Daseins, liefert im sehr guten “Snakesville” eine satte neun Minuten lange, präzise beobachtete Bestandsaufnahme des geldregierten Rap-Game, steckt in “Kill The Cat” noch mal eben einen weg, bevor es dann daran geht in “Revolution (We Need)” das System gewaltsam in Schutt und Asche zu legen (“we need a revolution / watch me start the shootin’ / we go in burnin’ lootin’ / to stop the damn confusion”) und so ganz nebenbei Jay-Z und andere für die an Tupac’s Leiche begangene Fledderei in “Stealin’ From A Deadman” auf Schärfste anzugreifen.

Schade bloß, dass so manche Produktion von Nellis und Bitch Ass Huey dieser inhaltlichen Bandbreite lange nicht das Wasser reichen kann und ergo in recht dürftiger Ausführung auf der Strecke bleibt. Fakt ist und bleibt jedoch, das Nat jede Menge zu erzählen hat; wer darauf Wert legt, könnte Gefallen an “Bare Truth” finden.

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