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Ciccio – Life And Crimes Of The Family

 

Mafia-inspirierte Namen, Songtitel und Texte gibt es im Rapgeschäft wie Sand am Meer, an der Ostküste hat man sogar ein ganzes Subgenre danach benannt. Dass es verschiedene mafiafinanzierte Projekte gab ist belegt und in vereinzelten Fällen haben niedrigrangige Mobster spaßeshalber auch schon selbst zum Mic gegriffen. Aber ein ganzes Album rund um das Thema Cosa Nostra – das gab es im engeren Sinn bis jetzt noch nicht.

Und wer würde sich dafür besser eignen, als ein “true wop” mit sizilianischen Wurzeln, auch wenn Ciccio nicht aus New York oder New Jersey stammt, sondern “nur” aus Columbus Park, dem Little Italy von Kansas City. Seine in Eigenregie veröffentlichte Scheibe “Life And Crimes Of The Family” dreht sich ausschließlich um’s Unterweltgeschäft. Die Tracks sind Bossen wie John Gotti und Carlo Gambino gewidmet, es geht um Mafiataufen, Schwarzgeld, im Fluß versenkte Leichen, das FBI und den RICO-Act. Ein gutes Album ist es allem Storytelling zum Trotz leider nicht geworden und das angepeilte große Verbrecher-Epos schon gleich gar nicht. Als Rapper ist Ciccio, der gerne mal gebrochenes Italienisch miteinfließen lässt, nämlich die Talentlosigkeit in Person und was seine Beats betrifft, sieht die Sache nur unwesentlich besser aus. Das von Streicherflächen stimmungsvoll unterlegte “Business As Usual” geht gerade noch so, auch in den düsteren “Tough Tony” und “Whats Happening To Us” stimmt aller Trashigkeit zum Trotz wenigstens die Atmosphäre.

Im Großen und Ganzen ist dieser eher nach Osten schielende, sample-geprägte Sound aber ein klarer Fall für die Mülltonne: textlich top, mal was anderes, aber von der Umsetzung her noch nicht mal C-Ware. Auf der nach oben offenen Obskuritätsskala belegt Ciccio mit seinem Album natürlich einen absoluten Spitzenplatz. Die Frage, wieviel Authentizität in “Life And Crimes Of The Family” steckt, bleibt offen: “I knew what was expected before I got in / in this life we live – you talk, you sin”. Hätte er sich mal besser dran gehalten.

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