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David Banner – Certified

Ein David Banner-Album steht wieder vor der Tür und der Gästeliste nach, weiß man schon was einen erwartet. David Banner, das Sorgenkind des Dirty South, ging wieder einmal mit Leuten vom Typen Jazze Pha, Jagged Edge, Lil Jon und all den anderen Mainstreamlutschern ins Studio. Wie da Potential in höchster Form ausgeschöpft werden soll, ist eine gute Quizfrage. Und die Antwort liegt wahrscheinlich auf Papier geschrieben in irgendeinem sicheren Safe, für den David Banner ganz sicherlich nicht die Zahlenkombination kennt.

Dabei fängt das vierte Soloalbum vom Hulk des Südens mit dem vielversprechenden Banger “Lost Souls” richtig gut an. Das fantastische Organ kommt leider danach nur noch so gut wie selten in dieser Verfassung zum Vorschein. Auf der Crunk-Nummer “Treat Me Like” und im clubtauglichen “2 Fingers” taucht er ab. Der Song “Fuckin” ist so eine eklig weichgespülte Sex-Hymne, dass das flexende und representende “On Everything” mit Twista eigentlich nur Spaß machen kann. Danach kommen überflüssige Tracks mit den Namen “Ain’t Got Nothing” und “Bloody War”, die keine Sau je vermissen wird. Mit “Take Your” nimmt er mit namhaften Gästen in lässiger und laid-back’scher Montur das Thema Fortpflanzugstrieb durch und auf dem soften Down-Tempo-Song “My Life” singt er mit Sky eine pulsive wie auch Ohrwurm-technisch gute Hook ein. “Ridin” bietet nicht nur einen ungewöhnlichen Bass, sondern mit den puren Eastcoast-Act’s Talib Kweli und dead prez ebenso ungewöhlichen Support. Der Song “X-Ed” macht einen befriedigenden Eindruck und schaltet als letzter das Licht aus.

Es ist nicht einmal Mittelmaß. Fabrikarbeiter zu Produktionszwecken hätte Banner sich sparen können, denn die besten Beats kommen allein von ihm. Nach innovativen Ausflüchten sollte der Zuhörer genauso wenig suchen wie nach spannenden Gastparts. Man müsste wohl dem Besitzer der Hip Hop-Geschichtsbücher (wer ist das eigentlich?) eine Dollarsumme im 10-stelligen Bereich anbieten, damit nach diesem Album irgendein Absatz umgeschrieben werden kann. Einige Worte möchte ich noch zum Song “Play” verlieren: Mir ist nicht klar, ob dieser furchtbare Beat ernstgemeint ist, aber wenn ich im 4/4-Takt meinen Pimmel auf ‘nen Tisch klatsche und dabei in zufälligen Zeitabständen rülpse, dann ist das weitaus musikalischer.

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