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Robust – Potholes In Our Molecules

Anno 2000 machte er in Kennerkreisen schon mit seinem Underground Release “Freelance Gynecologist” von sich reden – nun legt er über das einschlägig bekannte Chicagoer Label Galapagos4 sein offizielles Debütalbum vor. Die Rede ist von dem talentierten, jungen Rapper Robust. Für die musikalische Untermalung seines neuen Albums “Potholes In Our Molecules” haben unter anderem Meaty Ogre, DJ WhiteLightning und Prolyphic, die ja selbst mittlerweile keine Unbekannten mehr sind, gesorgt. Eine vielversprechende Ausgangssituation lag also zugrunde und wie sich beim Konsum der CD gezeigt hat, hat Robust das Beste daraus gemacht.

Der erste Track vermag bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die darauf folgenden zu geben: Unkonventionelle Songstrukturen und eher im unteren Bereich der BPM-Skala angesiedelte Beats herrschen nämlich auch beim Rest des Albums vor. Da kommt es schon mal vor, dass Robust wie bei “Run On Sentence” einfach zwei einhalb Minuten lang durchrappt ohne, dass das Geschehen durch einen Refrain unterbrochen wird. Refrains sind bei den Tracks von Robust sowieso eher die Ausnahme. Stattdessen kann es durchaus passieren, dass einfach der Beat mitten im Lied wechselt oder ein längerer, reiner Instrumentalabschnitt die Parts von Robust unterbricht. Kurze Instrumental Tracks wurden übrigens über den gesamten Verlauf des Albums in losen Abständen eingestreut. Womit wir bereits bei Robusts Raps angelangt wären. Die sind genauso geartet, wie man sich das wünscht. Zurückgelehnt flowt Robust seine Texte runter. Das Ganze klingt in keiner Weise angestrengt oder verbissen, sondern immer spontan und mühelos, so dass das Zuhören bei Robust definitiv Spass macht. Die nachdenklichen Texte versprühen allerdings eher eine pessimistische Stimmung, was man auch von den Beats sagen kann. Zu Anfang der CD wird das Geschehen durch den schrägen Refrain bei “Beats/Me” und das kurze Instrumental “Sugar, The ‘Real’ Gateway Drug”, das mit einem “Think About The Children” verkündenden Kinderchor aufwartet, noch etwas aufgehellt.

Doch spätestens danach herrschen dann die düsteren, zuweilen auch jazzigen Depri-Downbeat Gebilde vor. Besonders die “Pessimist Recipes”, zu deren Untermalung todtraurige Blechbläser einsam vor sich hin tuten, haben es mir angetan. In Kombination mit den Lyrics von Robust der perfekte Soundtrack für verregnete Tage. Bei “Comfortable Cavemen” und “Shoot The Bullfighter” dürfen dann sogar E-Gitarren für eine vergleichbare Atmosphäre sorgen. Insgesamt lässt sich sagen, dass hier wirklich kein einziger Beat misslungen ist. Die oben genannten Producer haben ganze Arbeit geleistet. Allen Tracks liegt ein einmaliger Depri-Vibe zugrunde, der dieses Album ausmacht. Robusts Lyrics passen perfekt dazu. Mit “Potholes In Our Molecules” ist dem jungen Rapper aus Chicago folglich ein erfreuliches “offizielles” Debütalbum gelungen, das ich nur jedem empfehlen kann.

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